MUSIKVEREIN

GRETZENBACH

 

gegründet 1877

Würdigung von Kurt Schenker

Aktiv- und Ehrenmitglied, ehemaliger Präsident Musikverein Gretzenbach (1952 - 2021)

Kurt Schenker trat als 16-Jähriger am 16. August 1968 in den Musikverein Gretzenbach ein. Bereits mit 21 Jahren übernahm er 1973 Verantwortung als Jungmusikantenobmann. Im gleichen Jahr wurde er als Archivar in den Vor-stand gewählt. Vier Jahre lang übte er dieses Amt aus, bis ihn der Verein 1977 als Vizepräsidenten wählte. Während 19 Jahren wirkte er engagiert auf diesem Posten als loyale Stütze des Präsidenten und des Vorstandes.

1996 wählte ihn der Musikverein als Nachfolger von Anton Hagmann zum Präsidenten. Mit grösstem Einsatz und pflichtbewusst arbeitete Kurt bis 2007 an der Spitze des Vereins. Nur «Insider» können ermessen, welch riesiger Aufwand an Zeit und Nerven mit dem Amt des Präsidenten verbunden ist. Das besonders auch bei der Organisation von Anlässen und Musikfesten. Ab 2008 bis im letzten Jahr stand Kurt dem Verein als Rechnungsrevisor und auch in der Musikkommission zur Verfügung. 

Wirken in Jahreszahlen, Ehrungen

52 Jahre Aktivmitglied, davon 34 Jahre Vorstandstätigkeit, 47 Jahre Ämter nacheinander - das sind die eindrücklichen Zahlen von Kurt Schenkers Einsatz im Musikverein Gretzenbach.

1993 wurde Kurt anlässlich des Musiktages in Dulliken kantonaler Veteran mit 25 Jahren aktivem Musizieren und im gleichen Jahr Ehrenmitglied des Musikvereins Gretzenbach. An der kantonalen Delegiertenversammlung 2003 folgte die Ernennung zum eidgenössischen Veteranen mit 35 Aktivjahren. 2018 schliesslich fand am Musiktag im Mümliswil die Ehrung als Kantonaler Ehrenveteran für 50 Jahre aktives Musizieren statt.

Vielseitig als Vereinsmitglied, Musikant und Theaterspieler

In seinem musikalischen Wirken stellte Kurt immer wieder seine Flexibilität und Vielseitigkeit unter Beweis. Begonnen hatte er seinerzeit auf der 1. Trompete. Als der Verein dann beschloss auf Brass Band-Besetzung zu wechseln, übernahm er den Part als Solo-Cornettist. Als man im Verein dem Es-Cornet einen grösseren Stellenwert zugestand, machte man sich auf die Suche nach einer vereins-eigenen Lösung. Kurt nahm die Herausforderung an und spielte fortan Es-Cornet. Eindrücklich in Erinnerung bleibt das Jahr 1993. Am Fernsehauftritt der «Swiss Parade» brillierte er als Solist mit «Spanish Eyes».

Später war wieder einmal «Not am Mann» und es gab eine Lücke im Euphonium-Register. Kurt wechselte auf das Euphonium, gewann auch dieses Instrument lieb und spielte es bis zuletzt sehr erfolgreich. Ebenfalls als Euphonist wirkte er im Veteranenspiel Kanton Solothurn mit.

Kurt trat im Musikverein regelmässig als Solist auf und spielte im vereinsinternen Quartett mit. In Erinnerung bleiben seine Einsätze im Duett z.B. auf Musikreisen oder bei sonstigen gemütlichen Zusammenkünften. Zusammen mit Konrad Wüthrich spielte er dabei Cornett, später Euphonium. 

Früher hatte der Musikverein im Anschluss an die Jahreskonzerte Theater aufgeführt. Während vieler Jahre jeweils grosse Theater und etwas später dann noch Kleinere. Auch dort stand Kurt im Einsatz und zwar als «Schauspieler» oder bei der Regie. 

Kurt war ein äusserst vielseitiger Mann. Er packte überall mit an, war initiativ, ausdauernd und fröhlich. Er brachte nicht nur selbst Ideen, sondern ging auch auf Ideen anderer ein. Er hatte immer auch ein offenes Ohr für die jungen Mitglieder im Verein und war gerne dabei, wenn es darum ging, einen Streich auszuhecken. Im geselligen Rahmen gefiel es ihm bei den «Höckelern».

Einsatz für die «Fischbeiz»

Eine weitere grosse Aufgabe übernahm Kurt 1983. Gretzenbach hatte beschlossen, regelmässig ein Beizlifest durchzuführen. Für den Musikverein war klar, mit einem Wirtschaftsbetrieb mitzumachen und Kurts Idee einer «Fischbeiz» wurde beschlossen. Er war von Beginn weg bis 2014 alle zwei Jahre am Beizlifest (und später in den Zwischenjahren am separaten Fischessen des Musikvereins) Chef der Fischstube. Die Fischbeiz war gewissermassen sein «Kind». Er übte alle Chargen aus: Organisator/Koordinator, Personaleinteilung, Gastgeber, Service, an der Fritteuse, bei der Fischausgabe. Nichts war ihm zu viel. Bei diesen umfangreichen Arbeiten (wie übrigens auch bei vielen anderen Anlässen des Vereins) wirkte Kurts Familie mit Ehefrau und den beiden Kindern tatkräftig mit. Anders wäre gar nicht alles zu bewältigen gewesen.

 

Abschied

Kurt war mit Leib und Seele Musikant, stets mit Herzblut dabei und er engagierte sich in jeder Hinsicht für den Musikverein Gretzenbach. Der Musikverein und seine Kameradinnen und Kameraden bedeuteten ihm viel. Aber auch wir Vereinsmitglieder schätzten Kurt sehr. 

Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen. Nur dreieinhalb Monate nach dem Tod unseres Ehrenpräsidenten und Aktivmitgliedes Anton Hagmann ist Kurt Schenker seinem langjährigen Kameraden gefolgt. 

Wir verlieren mit Kurt einen wertvollen Menschen und liebenswürdigen Kameraden, eben «der gute Kamerad». Gerne erinnern wir uns an viele fröhliche und gemütliche Stunden, die wir gemeinsam verbringen durften. Alle diese Erinnerungen werden über das Grab hinaus bleiben. Wir danken ihm für alles, was er uns geschenkt hat.

 

Musikverein Gretzenbach

 

17. Mai 2021/hö